
Die globale politische Lage verändert spürbar, wohin und ob die Deutschen in diesem Jahr reisen. Einer Umfrage des Deutschen Instituts für Tourismusforschung zufolge haben 16 Prozent der Befragten ihre Reisepläne aufgrund von Kriegen, Krisen und politischer Unsicherheit angepasst. Für den Deutschen Tourismusverband (DTV) kommt der Umfang dieser Verschiebungen überraschend. Präsident Reinhard Meyer spricht von einem „ungewöhnlich deutlichen Einfluss“ der weltpolitischen Situation auf die Reiseplanung und verweist auf eine ausgeprägte Verunsicherung durch Krisen und Preissteigerungen.
Die Folgen dieser Verunsicherung sind deutlich: Unter denjenigen, die ihre Pläne geändert haben, verzichteten 46 Prozent komplett auf eine Urlaubsreise. Weitere 32 Prozent stornierten bereits gebuchte Reisen vollständig. Dahinter steht ein stärkeres Risikobewusstsein bei der Wahl der Destination. „Urlaub ist nicht unpolitisch“, sagt Julian Reif, stellvertretender Direktor des Instituts. Für viele Menschen seien die politischen Rahmenbedingungen am Reiseziel inzwischen ein zentraler Bestandteil der Urlaubsentscheidung.
Die Daten unterstreichen diese Verschiebung der Prioritäten. Zwei Drittel der Befragten bewerten die politischen Verhältnisse am Urlaubsort als wichtig oder sehr wichtig. 79 Prozent geben an, Reiseziele mit politischer Instabilität oder sozialen Unruhen bewusst zu meiden. Damit werden geopolitische Risiken zu einem entscheidenden Faktor für die Tourismusnachfrage – neben klassischen Kriterien wie Preis, Klima oder Infrastruktur. Die Branche sieht sich damit in einem Umfeld, in dem Nachrichtenlage und Sicherheitswahrnehmung kurzfristig Buchungsströme umleiten können.
Trotz der aufgeheizten Weltlage bleibt die grundsätzliche Reiselust in Deutschland hoch. Rund 72 Prozent planen laut Umfrage zwischen April und Juni mindestens eine Urlaubsreise. Dabei verschiebt sich die Nachfrage teils in Richtung als stabil wahrgenommener Ziele. Im Inland zählen Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen zu den beliebtesten Regionen. Im Ausland bleiben Spanien und Italien besonders gefragt. Für den Tourismus bedeutet dies: Die Nachfrage bricht nicht ein, sie wird selektiver – politische Stabilität entwickelt sich zum harten Standortfaktor im Wettbewerb um deutsche Urlauber.

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